Paroli Netzmagazin

Ein erschütterndes Dokument der Barbarei

Dezember 9, 2006 · Kommentar schreiben

Auf meiner Lieblingsseite haGalil kann man heute mit Bezug auf das Massaker in Babij Jar ein Appell von Charlotte Knobloch an die “menschliche Verantwortung” lesen. Wir erinnern uns, das Massaker der Wehrmacht in Babij Jar an 33.000 Juden, für welches laut “Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft e.V” überhaupt keine Beweise vorliegen.

Dieser Appell von Knobloch ist selbstverständlich mit sämlichen Wörtern und Mahnungen gespickt, die man seit nun gut mehr als 60 Jahren in jeder Universalrede eines Juden mit Bezug auf die bösen Deutschen zu hören bekommt. Dabei Frage ich mich, ob diese Reden überhaupt noch umgeschrieben werden und man lediglich nur noch den Ort des Grauens umändert. Schon im ersten Absatz ihres Appells weißt Frau Knobloch darauf hin, dass sie bei Babij Jar ebenfalls sofort an Auschwitz, Treblinka und Dachau denken muss. Zu welchen geistigen Assoziationen Frau Knobloch noch so im Stande ist, will ich lieber nicht wissen.

“Heute wissen wir um diesen dunklen, gefährlichen Zug der menschlichen Natur. Wir wissen, was Menschen einander antun können – im Namen eines Befehls oder eines Despoten, der sie verblendet, aufhetzt und ihre niedrigsten Beweggründe sichtbar macht. Habgier, Heimtücke und Machtgelüste können stärker sein als Erbarmen und Mitgefühl.

Heute wissen wir, dass nur wenige Menschen den Mut und die Charakterstärke aufbringen, “Nein” zu sagen. Nur wenige sind bereit, hinzusehen, aufzustehen und dagegen einzutreten, wenn irgendwo auf dieser Welt Unrecht geschieht.”

Diese Frau versteht es wirklich, auf die Tränendrüse zu drücken. In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit könnte man glatt der Auffassung sein, Frau Knobloch referiert hier über Israel. Wurde man im zweiten Weltkrieg “nur” erschossen, regelt Israel seine Probleme auf ganz andere Weise. Da werden eben mal hundertausende Olivenbäume palästinensischer Bauern samt den Wurzeln herausgerissen und ganze Felder mit Bulldozern zerstört, mehrere tausend Tonnen Chemie in die Wasservorräte Gazas geschüttet und palästinensischen Kindern Arme und Beine gebrochen.

Nebenher hört man von Rabbinern immer mal wieder die Forderung alle Araber auszurotten und zu deportieren, während in einem Artikel von Uri Avnery unter anderem zu lesen ist, dass es Ministerpräsident Olmert trotz mehrfacher Anschuldigungen aufgrund sexueller Belästigung nicht für nötig hält, sein Amt niederzulegen. Desweiteren war sich der israelische Justizminister wohl seiner eigenen Gesetze nicht ganz bewusst, als er seine Zunge in den Mund einer Soldatin steckte und nun selbst vor Gericht steht, während sich der Chef des Knessetkomitees für auswärtige und militärische Angelegenheiten wegen Betrugs und Meineids vor Gericht wiederfinden wird. Das ist sie also, die moralische Kaste von Israel, deren Gesandten im Zentralrat der Juden uns Appelle über “menschliche Verantwortung” unter die Nase reiben.

“Dass das Verbrechen in der Schlucht von Babij Jar – in der Schlucht des Leids – Unrecht war, hätter jeder der Täter sehen müssen, wenn er auf seine innere Stimme gehört hätte. Denn das Gewissen des Menschen weiß genau, was gut und böse ist. Der Mensch kennt das Gefühl von Mitleid und Erbarmen. Er hört das Weinen der eigenen Kinder im Weinen derjenigen, die er in die Schlucht treibt. Er spürt die eigene Verzweiflung und die eigene Hilflosigkeit, wenn er die Schreie der Frauen und Mütter, die er ermordet, hört. Im fassungslosen Grauen der Großväter und Männer, die in den Salven der Maschinengewehre sterben, erkennt er das eigene Entsetzen.”

Die gleiche Frau von welcher obiger Text stammt, versucht uns auf der anderen Seite davon zu überzeugen, dass das, was die israelische Armee in Nahost tut, lediglich zur Existenz Israels beitrage und somit notwendig ist. Die UN-Menschenrechtskommision nennt es schlicht “himmelschreiendes Unrecht“. Aber Meinungen können ja auch mal außeinandergehen, nicht wahr?

“Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass es nie wieder ein Babij Jar geben wird. Lassen Sie uns verhindern, dass die Toleranz der demokratischen Gesellschaften zur Schwäche wird. Lassen sie uns an einer Welt arbeiten, in der freie Menschen unter anderen freien Menschen unabhängig von ihrer Religion, Volkszugehörigkeit oder Hautfarbe in Frieden leben können.”

Interessant, Frau Knobloch. Vermutlich beziehen sich diese Forderungen nur auf Deutschland, denn wenn man andererseits die gewalttätige und brutale Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat damit begründet, irgendein Gott habe den Juden dieses Land “versprochen”, verkommt jedes einzelne Wort dieses Appells zur Farce. Ist es unter anderem in Israel ganz getreu den Nürnberger Rassengesetzen Gang und Gebe, die Eheschließung zwischen Juden und Nichtjuden zu verbieten, setzt sich der Zentralrat der Juden in Deutschland für unabhängige Toleranz ein. Ein wahrhaftig lustiger Haufen, dieser “Rat”. Mit moralischen Appellen von Juden, welche das israelische Vorgehen zur “Notwendigkeit” erklären, wische ich mir höchstens den Arsch ab.

Kategorien: Geschichte · Inland

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