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Kamerad, ehr die deutsche Geschichte…

Dezember 9, 2006 · Kommentar schreiben

“Brandenburgs Regierung und der Landtagspräsident haben die Bürger zur Teilnahme an einem „Tag der Demokraten“ am 18. November in Halbe (Dahme-Spreewald) aufgerufen.

Anlass ist der Volkstrauertag, zu dem sich seit Jahren Neonazis in dem kleinen Ort versammeln, um ein sogenanntes Heldengedenken zu veranstalten. Dagegen sollten die Bürger ein deutliches Zeichen setzen, heißt es in dem gestern veröffentlichten Appell.

In dem südöstlich von Berlin gelegenen Halbe befindet sich mit mehr als 23 000 Gräbern Deutschlands größter Soldatenfriedhof. In der Region tobte im April 1945 die letzte große Kesselschlacht des Zweiten Weltkrieges. „Brandenburg ist ein weltoffenes, tolerantes, fremdenfreundliches Bundesland“, betonen die Verfasser des Aufrufes. Das bedeute, daß es nichts mit denen gemein habe, „die den guten Namen unseres Landes in braunen Schmutz treten wollen“. Der geplante Aufmarsch der Neonazis sei ein Versuch, Brandenburg in Misskredit zu bringen. „Das wollen wir nicht dulden.“

Nach Angaben des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus wollen am 18. November renommierte Künstler und Politiker nach Halbe kommen. Bereits am kommenden Samstag (23.9.) will das örtliche Aktionsbündnis ein Rockkonzert gegen Rechtsextremismus organisieren. (dpa/ta)”

Es ist mal wieder so weit und darf natürlich auch dieses Jahr nicht fehlen. Jedes Jahr treffen sich bekennende “Neonazis” in Halbe, Deutschlands größtem Soldatenfriedhof ein, um den im Krieg für Deutschland gefallenen Soldaten zu gedenken. Für den Landtagspräsidenten ist es natürlich ein Skandal, Soldaten, die für dieses Land im Dienst standen, nachzutrauern, weshalb er die Bürger dazu aufruft, “ein deutliches Zeichen zu setzen“.

Gilt bei den Juden also die Maxime “gegen das Vergessen”, wird ziemlich schnell ein “für das Vergessen” daraus, wenn es um deutsche Opfer geht. Und wenn, wie in diesem Beispiel, es tatsächlich noch einige letzte Patrioten für angebracht halten, einen Volkstrauertag zu veranstalten, ist ziemlich schnell von “Ewiggestrigen” und “Neonazis” die Rede. Doch welche Logik vermag dies zu sein?

Lasst mich rekapitulieren: Wenn es sich um ausländische Opfer handelt, ist es gar wünschen- und lobenswert und nur im Zeichen unseres historischen Bewusstseins, ihnen mehrere hundert Milliarden Euro zu geben, ihnen Mahnmale zu erbauen und ewige Rente für jeden, der im entferntesten auch nur einen Juden aus der “schlimmen Zeit” kannte, auszustellen, gleichzeitig ist es jedoch “ewiggestrig”, unseren deutschen Soldaten nachzutrauern. Was ich nun schlicht als Volksverhetzung bezeichnen würde, ist in den Augen anderer Demokratie – wie humoristisch!

Es ist in der Tat eine sehr traurige Entwicklung, wenn in diesem Land das große Schweigen der Lämmer herrscht, wenn es um Millionen gefallener Soldaten, abermillionen Verwundeten, um Frauen, Kinder und Großeltern geht, welche nach dem Krieg (!) dem alliierten Bombenterror zum Opfer fielen, oder aber auch um die unfassbare Zahl von 15 Millionen Vertriebenen, von denen wir aus Konrad Adenauers Memoiren entnehmen können, nur die Hälfte auch ankamen, und natürlich auch nicht zuletzt um den Verlust von fast einem Drittel deutschen Bodens.

Aber dem nicht genug, zu diesem “für das Vergessen” kommen nun auch noch Menschen wie die Brandenburgische Regierung und der Landtagspräsident, stellen sich öffentlich hin und fordern tatsächlich die Bürger auf, ein Zeichen gegen das Gedenken zu setzen. Diese Volksverräter sollten sich Fragen, in welchem Land sie leben, welcher Regierung sie dienen und welchen Schwur sie einst geleistet haben.

Umso trauriger ist es, dass man im Ausland, ja selbst in Israel (!) bessere Worte für unsere gefallenen Kameraden übrig hat, als es in diesen Land je möglich wäre. Martin van Creveld, israelischer Militärhistoriker, gesteht unseren Soldaten zu, dass sie besser als jede moderne Streitkraft Disziplin und Initiative verkörperte, und dass sie insgeheim das “Vorbild” der israelischen Armee sei, ohne dass sie die Qualitäten der Wehrmacht je erreicht hätten.

Und auch aus Frankreich hat man gute Worte übrig. Kein geringerer als der französische Staatspräsident Mitterand erklärte anlässlich zum 50. Jahrestags des Kriegsendes, dass die deutschen Soldaten tapfer waren, den Verlust ihres Lebens hinnahmen und ihr Vaterland liebten. Dem fügte Mitterand noch folgendes hinzu, ein Satz, für den ich ihm meinen tiefsten Respekt zolle: “Ich verneige mich vor ihnen allen und ihnen gehört meine Hochachtung und Verehrung.“.

Wohl gemerkt, das sind nicht Worte eines deutschen Politikers oder eines deutschen Militärhistorikers, nein, es sind die Worte eines Juden und eines französischen Staatspräsidenten. Traurig, nicht mehr und nicht weniger.

Kategorien: Geschichte

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