Es ist mal wieder Sonntag, der Tag, an dem der Großteil der Menschen einfach nur vor der Glotze hängt oder sich mangels Alternative durchs Internet klickt. Es passiert wenig an einem solchen Tag, noch weniger, über das es sich lohnen würde, zu schreiben. Daher ist der Sonntag traditionsgemäß der Tag, an dem uns die deutsche Presse mal wieder eins mit der Nazikeule verpasst. Zack! Nicht, dass die Schmerzen im Kopf endlich mal aufhören könnten. Gegen das Vergessen!
So fühlte sich also heute der Stern berufen, über den letzten noch lebenden Zeitzeugen der Nürnberger Prozesse zu berichten, und oh Wunder, wer hätte es gedacht, es treten zahllose neue Erkenntnisse zu Tage. Es gab schlimme Verbrechen unter den Nationalsozialisten, diese werden dann – weil es ja alles so neu ist – ausführlich betrachtet, und mit der Schlußfolgerung gekrönt, die Nürnberger Prozesse waren alleine schon deswegen ne super Sache, weil sie ja allen Diktatoren gezeigt haben, dass es ihnen genauso gehen kann. Wirklich ein fantastischer Fortschritt!
Dass nur ein Einfallspinsel annehmen kann, es hätte sich bei diesen Prozessen nicht um reine Siegerjustiz gehandelt, bleibt eine Überlegung die jeder selbst anstellen mag. An dieser Stelle sei mal das Buch “Nürnberg – das Tribunal der Sieger” empfohlen. Zwar muß man auch aus diesem Buch nicht alles glauben, aber mal beide Seiten der Geschichte gelesen zu haben ist sicher auch nicht verkehrt.
Wer sich bis jetzt fragt welchen Sinn der Artikel des Stern nun eigentlich gehabt hat, soll nicht enttäuscht werden. Zufällig hat dieser letzte Überlebende dieser großartigen Prozesse auch noch etwas zur aktuellen Poltik und zur NPD zu sagen, na welch unerwartete Überraschung.
Ich werde die Nürnberger Prozesse Zeit meines Lebens nicht vergessen. Denn erst dabei habe ich im vollen Umfang erfahren und gesehen, was während des Nazi-Regimes eigentlich geschehen ist. Und genau deshalb finde ich es unmöglich, dass nicht versucht wird, die rechtsextreme NPD zu verbieten. Es ist für mich ein schreckliches Zeugnis der Unfähigkeit der Politik, dass ich die Tätigkeit dieser Unverbesserlichen, die nicht einsehen wollen, was damals geschehen ist, mit meinen Steuergeldern finanziere.
Ein dreifaches Hoch auf unsere unabhängige Presse in ihrer Bestrebung die Meinungsvielfalt in unserem Lande zu fördern
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