Nunja, so langsam kennen wir sie, die rhetorischen Tricks der Journalie. Ein besonders prächtiges Exemplar findet man im Moment wieder in freier Wildbahn, es handelt sich dabei um “den einseitigen Rückzug” der Israelis aus… Ja aus was eigentlich? Aus der Westbank, dem Land der Palästinenser, genau! Jedenfalls lehnt der stellvertretende Ministerpräsident Israels Peres genau dieses ab. Doch was soll in diesem Zusammenhang denn ein beidseitiger Rückzug sein?
Möchte Herr Peres solange palästinensisches Gebiet besetzen, bis sich die Palästinenser auch zurückziehen? Oder was genau soll dieser Begriff mir eigentlich sagen? Dass es sich bei diesem letzten bisschen wasserloser Wüste, daß man den Arabern seitens der Juden noch zugesteht, um “umstrittenes Gebiet” handelt und es nicht so schlimm ist wenn Juden dort eine Siedlung nach der nächsten errichten? Was meint er eigentlich wieso das Gebiet vor der jüdischen Landnahme “British Palestine” und nicht “British Judea” hieß?
Die Begründung für die Besetzung liefert Peres gleich mit, angesichts der anhaltenden Kämpfe mit den Palästinensern (auf ihrem eigenen Land) könne man sich nicht (von ihrem Land) zurückziehen. Foglich: Man wird sich also erst zurückziehen, nachdem es keine Kämpfe mehr gibt, weil man ihr Land besetzt. Tolle Strategie, in den Konzentrationslagern wurde mit Tötungsmaßnahmen auch erst nach Eintritt des Todes aufgehört, schon wieder dreister Ideediebstahl an unserer Nation der Erfinder!
Schön auch, dass solche Nachrichten immer nur ergänzend sind, so sie denn überhaupt mal in die Nachrichten finden. Viel wichtiger ist ja die Diskussion, welche Rechte man einer Untersuchungskomission geben sollte, die den Krieg im Libanon analysieren, oder besser gesagt rechtfertigen und gutheißen soll. Herr Olmert läßt sich währenddessen feiern, er ist nämlich nach wie vor der festen Überzeugung einen Sieg eingefahren zu haben, und naja… Zumindest im Bezug auf die libanesische Zivilbevölkerung kann man von einem glorreichen Sieg sprechen.
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