Guter „Rat“ ist ja bekanntlich teuer. Wie man in einem heute im Spiegel erschienenem Artikel lesen musste, kritisiert der „Rat für Migration“ mit dem für dieses Thema üblichem Phraseologismus die Integration von Migranten in Deutschland. Das Hauptaugenmerk lag dabei vor allem auf den islamischen Gemeinden, denen man es ja ungeheuer schwer machen würde, in Deutschland Fuß zu fassen.
Der „Rat für Migration“ versteht sich als übergeordnetes Überwachungsorgan der deutschen Politik und nimmt dabei eine beratende Funktion ein. Ebenso will man „Fehlentwicklungen“ monieren und Korrekturen vorschlagen. Wie diese „Vorschläge“ im Prinzip aussehen kann man sich ausmalen, wenn man den schizophrenen Leitgedanken des Rats, Integration seie ein „unvermeidbarer Teil einer Risikogesellschaft„, „welcher nichts anderes übrig bleibt„, als mit „Unsicherheiten“ umzugehen, psychisch verinnerlicht hat. Na Bravo!
Mit erhobenem Finger kritisiert der Rat dabei, dass man speziell islamischen Gemeinden immer häufiger mit „Verdächtigungen“ entgegnet, sobald diese vom Verfassungsschutz beobachtet würden. Als fürsprechendes Beispiel nennt man hierbei den Fall eines Mannes aus Hessen, welcher nach 11 Jahren Aufenthalt in Deutschland aufgrund der Zugehörigkeit zu einer „Gemeinde„, welche „nicht verboten“ sei, ausgewiesen wurde. Natürlich würde man sich hier etwas mehr Informationen wünschen – doch lieber Rat, stellt euch mal vor, in Deutschland werden Tausende Menschen als rechtsextreme und idiotische Schläger denunziert und kriminalisiert, nur weil sie Wähler einer nicht verbotenen Partei sind – unfassbar, oder?
Desweiteren sieht es der Rat als kritikwürdig an, dass es einen Abwärts-Trend der Einbürgerungen zu vermelden gab. Um ganze 50.000 seie die Zahl der Einbürgerungen seit 2001 zurückgegangen, laut dem „Rat für Migration“ eine „Anti-Integrationstendenz, die alarmiert„. Weil also wie anstatt im Jahre 2001 178.098, im Jahr 2005 „nur“ 117.241 Fremdkörper eingedeutscht wurden, wird dies als Anti-Integration interpretiert. Doch dass ein Migrant mit deutschem Pass nicht unbedingt als „integriert“ zu bezeichnen ist, zeigen viele Großstädte Deutschlands.
Damit diesem „weißen Rat“ niemand vorwürfen könne, er würde nur kritisieren, nicht aber Vorschläge zu einer Verbesserung der Situation machen, kam man dem zuvor, indem man dann doch tatsächlich Vorschlug, man solle sich doch an Ländern wie Schweden, Großbritannien oder Irland orientieren und von ihnen lernen. Dass in skandinavischen Ländern, und dazu gehört auch Schweden, schon längst ein Rassenkampf ausgebrochen ist, darüber verschwieg man sich in diesem Vorschlag jedoch. Schaut man per exemplum in die schwedische Stadt Malmö, sieht man eventuell ein Abbild dessen, wie sich der „Rat für Migration“ eine Zukunft in Deutschland vorstellt.
Dort leben nämlich 22.000 Migranten, 90% davon Muslime, in Plattenbauwohnungen. Ohne in irgendeiner Weise in Berührung mit schwedischen Landsmännern oder deren Kultur, geschweigedenn Tradition zu kommen, vegitieren rund 85% der Muslime dort vor sich hin, denn nur ca. 15% von ihnen gehen einer Arbeit nach. Knapp 4,4% der in Schweden wohnenden Menschen sind bereits muslimischen Glaubens, dies entspricht 400.000 bei einer Einwohnerzahl von ca. 9,1 Millionen. Zum Vergleich: in Deutschland sind es umgerechnet nur ca. 2,5% der Gesamtbevölkerung. Dies entspräche also fast einer Verdopplung, um schwedische Verhältnisse zu bekommen.
Oder vielleicht eher doch ein Beispiel an Großbritannien nehmen? Dort werden nämlich dieses Jahr erstmals die Weihnachtsfeiern in den Betrieben auf Eigeninitiative von ca. 75% der Unternehmen gestrichen – aus Angst vor Klagen „Andersgläubiger“. Kein Deko-Schmuck, kein Weihnachtsmann geschweigedenn ein Tannenbaum oder ähnliche, für Weihnachten typische Dinge. Um satte 71% stieg dieser Verbot des festlichen Miteinanders im Vergleich zum letzten Jahr. Der Grund: Muslime könnten sich ja „diskriminiert“ fühlen und gegen ihren Arbeitgeber klagen. Es sei an dieser Stelle die Frage erlaubt, ob sich die Einwohner Englands ob der tausenden, dort aus dem Erdboden ragenden Moscheen ebenfalls diskriminiert fühlen dürfen. Vermutlich nicht.
Doch natürlich hat unser verehrter Rat für Migration nicht nur Kritik zu verüben, nein, auch eine Würdigung gab es – und überaschenderweise kann ich hier dem Rat endlich einmal zustimmen – er würdigte nämlich wörtlich, dass sich Deutschland „die letzten Jahren angepasst“ habe – und zwar bei der Reform des Ausländergesetzes 1990, der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts 2000 sowie dem Zuwanderungsgesetz 2005. Richtig, lieber Rat – Deutschland hat sich angepasst!
Quelle: Spiegel