Paroli Netzmagazin

Israels Krieg und dessen Folgen

Dezember 23, 2006 · 3 Kommentare

Um dem in der Weihnachtsrede von Jürgen Köhler geäußerten Appell an die „Verantwortung des einzelnen Bürgers“ in Multikultopia gerecht zu werden, mache ich einmal mehr von dieser „Verantwortung“ gebrauch, um auf einen Artikel von Aljazeera aufmerksam zu machen. Wie nämlich dort berichtet wird, beschuldigt der palästinensische Umweltminister Yussef Abu Sofia das israelische Militär, in den von Israel okkupierten Gebieten „verbotene, chemische Waffen“ gegen die Bevölkerung Palästinas eingesetzt zu haben. Wie laut Abu Sofia wissenschaftliche Laboratoruntersuchungen ergaben, setzte die IDF (Israel Defense Force) nicht erlaubte Waffen chemischen Ursprungs sowie Waffen mit Uranmunition ein.

Diese Urangeschosse sind in der Lage, einem menschlichen Körper erhebliche, chemische Vergiftungen zuzufügen, was auf deren Radioaktivität sowie toxischen Wirkung zurückzuführen ist. Über einen längeren Zeitraum der Wirkung dieser Munition ausgesetzt, kann es zu schweren, körperlichen Folgeschäden wie Krebs sowie zu einer Schädigung des menschlichen Erbmaterials kommen. Die internationale Ärztevereinigung „International Physicians for the Prevention of Nuclear“, kurz (IPPNW), welche unter anderem 1985 den Friedensnobelpreis für „sachkundige und wichtige Informationsarbeit„ bekam, sieht in der Uranmunition eine weitaus höhere Gefahr, als man ihr bislang zugestanden hatte.

Laut IPPNW führt diese Munition zu Krebserkrankungen sowie Missbildungen und wird ebenfalls für Folgeschäden wie das Golfkriegssyndrom (erhöhte Müdigkeit und Erschöpfungszustände, Gelenk- und Muskelschmerzen, Drüsenschwellungen, Schwindel, Erbrechen und Diarrhöe, Lähmungen, Haar- und Zahnausfall, Sehstörungen und Gedächtnisschwund, Depressionen, Gedächtnisprobleme, Störungen der kognitiven und emotionalen Funktionen sowie Missbildungen bei Neugeborenen) verantwortlich gemacht.

Doch auch vor der Natur machen die Nachwirkungen von Uranmunition nicht halt. Laut einer Studie der „Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft“ wird im Boden angereichertes Uran durch biologische Vorgänge für Pflanzen aufnehmbar. Die neueste Studie des „Forschungszentrums Rossendorf“ von 2006 untersuchte, welche Wirkung Uranmunition auf landwirtschaftlich genutztem Boden hat. So kam man zum Ergebnis, dass sich metallisches Uran an seiner Oberfläche in ein Uransalz umwandelt und so über bestimmte Prozesse in Pflanzen und Grundwasser eindringen kann.

Als „lebender Beweise“ für die schädliche Wirkung von Uranmunition gilt unter anderem die die Gegend rund um die Schnellstraße von Basra nach Bagdad, auf welcher im Golfkrieg mehrere Hundert irakische Panzer mit eben dieser Munition beschossen wurden. Die US Army selbst kam durch eigene Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die komplette Gegend einer starken Kontamination ausgesetzt ist.

Abu Sofia warf Israel jedoch nicht nur die Benutzung dieser Munition vor, sondern auch die intensionale Verunreinigung palästinensischer Wasserreservate mit verschiedenen, chemischen Stoffen. Abu Sofia wörtlich: „Israel transportierte große Mengen chemischer Produkte auf palästinensisches Territorium und verschmutzte das Grundwasser erheblich“. Er fügt hinzu, dass „die gezielte Zerstörung der Umwelt“ in den von Israel okkupierten Gebieten immer noch anhalten würde. So benannte Abu Sofia die gewollte Entwurzelung von über 2 Millionen Bäumen, davon alleine 500.000 Olivenbäumen, durch israelisches Militär.

Diese Missstände sind dem Umweltprogramm der EU, kurz „UNEP“, sowie der Internationalen Atomenergieorganisation, kurz „IAEO“, bekannt. Forderungen an Israel, die willentliche Zerstörung der Umwelt auf palästinensischem Boden sofort zu stoppen, wurden seitens Israel abgelehnt. Hinschwert kommt hinzu, dass durch den Bau der 650km langen „Apartheid-Mauer“ inmitten der West Bank, von welcher bereits 145km fertiggestellt sind, ein erheblicher Eingriff in die Flora und Fauna des Gebietes geschieht (von den Folgeschäden der dort lebenden Palästinenser ganz zu schweigen). Siehe Bild (mehr davon auf StopTheWall.com)

4-5-512-205

Dass Israel diese Munition und Waffen besitzt und auch einsetzt und somit erhebliche Folgeschäden der Natur und der Bevölkerung Palästinas und des Libanons in Kauf nimmt, ist längst kein Geheimnis mehr, zumal die Benutzung seitens Israel bestätigt wurde. Wie in der jüdischen Zeitung Haaretz zu lesen war, bestätigte mitte Oktober 2006 der israelische Minister für „Knesset Relations“ die Benutzung von Phosphorbomben sowie Phosphormunition.

Es ist für mich unverständlich und absolut nicht nachzuvollziehen, wie Israel einen öffentlichen Völkermord an den Palästinensern begehen kann, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Ich finde es grenzt an Monströsität, wenn sich bestimmte, pro isralische“ Schmierblätter hinstellen, um sich gemeinsam mit ihren jüdischen Freunden über Moslems in aller Welt auszulassen, gleichzeitig aber ein Loblied auf die Schandtaten Israels einstudiert.

Das, was Israel in Nahost anstellt, ist an Abscheulichkeit nicht zu überbieten. Freilich gibt es in Deutschland ein Problem mit bestimmten, vor allem türkischen Migranten, dies legalisiert jedoch nicht dazu, über israelische Apartheid einen Mantel des Schweigens zu legen. Jedem Volk und jeder Kultur dieser Welt muss unwiderruflich das Recht zu Teil werden, im Sinne der Autarkie und im Sinne des nationalen Sozialismus unabhängig und frei leben zu können. Wenn sich jedoch bestimmte, zionistische Interessen in diesen Selbstverwirklichungsprozess einmischen – und das ist nicht nur in Nahost, sondern beinahe überall der Fall – muss es klar Reaktionen geben! Kulturelle Eigenart muss geschützt werden, in Deutschland sowie in Palästina! Hier ist keine Ausnahme zu machen, auch nich für Juden!

Quellen: Aljazeera, StopTheWall.com, Haaretz

Gruß,
Dissident

Kategorien: Ausland