Paroli Netzmagazin

Beiträge vom Januar 2007

Expertenwissen

Januar 31, 2007 · 3 Kommentare

Ich sitze den ganzen Tag schon wieder in meiner kleinen Kammer und brüte über zahllosen Papieren für meine morgige Prüfung, da kommt mir die zweifelhafte Idee doch nach langer Zeit mal wieder bei Spiegel Online vorbeizuschauen. Neben allerlei langweiligen allerwelts Nachrichten über irgendwelche Belanglosigkeiten finde ich dann doch noch etwas lesenswertes, etwas das mein Gemüt anspricht. Eigentlich war mir bei der Überschrift „Nuklearwaffen: Iran könnte in zwei Jahren Atombomben bauen“ schon der Inhalt sehr klar. Ein ominöses Institut aus den USA, von dem noch nie jemand etwas gehört hätte, wäre zu sensationellen neuen Erkenntnissen gekommen, oder ein CIA Mitarbeiter, der namentlich natürlich nicht genannt werden will hat neue „Geheiminformationen“ die er einfach nicht für sich behalten kann, und die man uns, dem Pöbel, nun aber ganz brandheiß servieren möchte. Eine Vorstellung die an ihrer Naivität wohl nur noch durch den Glauben an die Demokratie zu überbieten ist.

Jedenfalls werden meine Erwartungen nicht enttäuscht. „Experten“ des „renommierten“ International Institute for Strategic Studies, daß überraschenderweise nicht in den USA, sondern in deren Kronkolonie Brittanien residiert, aüßern sich über den technischen Fortschritt des „Mullah-Staats“. Woher dieses nun ihr Geheimwissen haben wollen, keiner weiß es, der Artikel verrät es nicht. Aber darum geht es ja auch gar nicht, viel wichtiger ist nämlich was diese „renommierten Experten“ mit ihrem zugeflogenen Wissen so meinen. Der Iran … blabla … Nuklearwaffen … blabla … hat über den Schwarzmarkt Uran bezogen … blabla … Kernwaffen … 2 Jahre. Nun bin ich kein großer Freund von Verschwörungstheorien, aber im gesamten Artikel herrscht eine Dichte von „negativ besetzen Schlagworten“ die man nichtmal in geschichtlich unabhängigen Berichten über den Holocaust findet. Sicherlich Zufall. Auch bleibt das Institut die Frage schuldig, woher sie nun die Kenntniss über die Schwarzmarktkäufe für Uran haben, aber wen kümmern schon, schließlich sind es ja die in den Medien so oft zitierten „Experten“, die werdens schon wissen.

Nunja. Auch die Lohnlügner der Agenturen und der üblichen Medienkonzerne wissen natürlich, daß uns derlei Dinge hier in Deutschland egaler kaum sein könnten. Der Iran hat Trägerraketen die der „Vergeltungswaffe 2″ nur unwesentlich voraus sind, und ob man damit Israel erreichen könnte wissen auch nur „Experten“. Andere Personen vom Fach, die aber leider eher selten in der Presse zitiert werden sind sich da weniger sicher. Eins ist jedenfalls ganz sicher, bis in den zivilisierten Teil von Europa reicht man damit nicht. Uns Deutschen und den Briten erst recht könnte es komplett egal sein. Eilig zauber der Autor unter Berufung auf die stets ehrlichen und politisch nicht interessierten „westlichen Geheimdienste“ eine ominöse „Satelliten-Trägerrakete“ aus dem Hut, und schwupps feuert der Iran irgendwie Atomwaffen nach Deutschland, Brittanien und so weiter. Wieso er das tun sollte ist dabei eigentlich auch egal, Feinde der Freiheit, Terroristen, was auch immer.

Der Mensch ist in der heutigen Zeit wie jeder weiß einer medialen Reizüberflutung ausgesetzt. Außer ein paar politisch interessierten liest kaum jemand solche Nachrichten wirklich und die einzige Möglichkeit das Bewußtsein der Leser zu erreichen ist die ständige Wiederholung. So vergeht kaum ein Tag an dem man in den Nachrichten nicht etwas über den Iran und die Kernwaffen vernehmen kann. Gestern zum Beispiel bekam der Iran dann überraschenderweise Hilfe aus dem Club der Schurkenstaaten. Nordkorea leistet nukleare Entwicklungshilfe und eh man sich versieht ist die Welt in Schutt und Asche. Mal sehen was morgen kommt.

Wem diese Hetze zu Gute kommt ist übrigens dabei der Phantasie des geneigten Lesers überlassen. MfG Eisenmann

Quelle: Spiegel Online

Kategorien: Allgemeines

Energie

Januar 14, 2007 · 8 Kommentare

In der aktuellen Diskussion um den richtigen Energiemix in Deutschland und die damit verbundene Versorgungssicherheit schlagen die Wellen im Moment wieder etwas höher. Egal welches Lager man nun auch betrachtet, sachliche Argumente sucht man vergebens. Stattdessen wird umso mehr mit den Ängsten der Bürger gespielt: Ein zweites Tschernobyl in Deutschland tritt in der medialen Diskussion gegen einen ausländischen Lieferstopp samt russischem Winter an. Da wir in Deutschland bei der Steinkohle wegen der verderblich hohen Kosten nicht mithalten können bleibt nur noch die Braunkohle. Hier sind die Kapazitäten schon am Limit und die Schäden für die Umwelt in vielerlei Hinsicht beträchtlich.

Was bleibt also, außer dem Traum, der Himmel möge unsere sehr irdischen Energieprobleme lösen? Wer ernsthaft der Meinung ist, wir könnten etwa zwei Drittel unseres Energiebedarfs mit Technologien wie Photovoltaik, die sich nach mehr als 50 Jahren und irrwitzig hoher Förderung immer noch nicht durchgesetzt hat, oder der unkontrollierbaren Windkraft bestreiten, der kann an dieser Stelle aufhören weiterzulesen. Zugegeben: Autos fahren auch mit Soja- oder Rapsöl, ich kenne einige Fahrer die sich so fortbewegen. Aber dies ist weder politisch gewollt, weil es die Mineralölsteuern hinterläuft, weshalb man für Pflanzenöl das man derartiger Verwendung zuführen möchte eine Art „Ersatzmineralölsteuer“ bezahlen muß, noch ist es praktikabel für alle in Deutschland zugelassenen Autos. Wo sollte der ganze Raps denn auch herkommen? Die Hoffnung, dies würde sich in sehr absehbarer Zukunft ändern, mag ein jeder Leser selbst bezüglich ihrer Realitätsnähe beurteilen. Kein Ausweg in Sicht.

Und weil kein Ausweg in Sicht ist, erlauben wir einer Partei, die effektiv keine 3% der Gesamtbevölkerung representiert, uns aus ideologischen Motiven die Option der Atomkraft zu nehmen. In welchem anderen Land wäre so etwas möglich? Natürlich ist irgendwann in den 80er Jahren ein Reaktor in Tschernobyl geschmolzen, und natürlich hatte das sehr schlimme Folgen, und natürlich wird dieses tragische Ereignis – ganz analog zu anderen tragischen Ereignissen – bis zum Exzess instrumentalisiert um allerlei Hirngespinste durch die Arena zu jagen. Dabei ist die Argumentation der ökologisch interessierten Aktivisten durchweg darauf ausgelegt einer Ideologie zu entsprechen, und ignoriert dabei die Realitäten. Weil in der Ukraine kein Ingenieur zum Betrieb eines Atomkraftwerkes abgestellt war, und das Atomkraftwerk ohnehin nicht mit dem Fokus auf Sicherheit entwickelt wurde, ist nun die Atomkraft unsicher. Ebenso sinnvoll wäre es zu behaupten, weil ukrainische Autos, die von Kindern ohne Führerschein gefahren werden, unsicher und eine Gefahr für die Allgemeinheit sind, verbieten wir in Deutschland Bau und Betrieb von Autos.

Profitieren tut von dieser Situation übrigens ganz andere, und zwar Unternehmen, die Sie so gar nicht mit Umweltschutz in Zusammenhang bringen würden. Wer aber nun in Folge eines bis jetzt nur gefühlt verknappten Angebots und Kosten für staatlich verordnete Ökoenergie einen noch viel höheren Preis von Ihnen verlangt dürfen Sie sich selbst an zwei Fingern abzählen. Und wenn wir gerade schon dabei sind etwas sinnvolles zu tun, dann können wir auch gleich die Energieunternehmen an die Kandarre nehmen, die hier zu Lande etliche Milliarden in Form von Monopolgewinnen einnehmen und trotz zusammenbrechender Stromnetze ihre Gewinne im Ausland investieren. Würde man die Gewinne dieser Unternehmen einfach mal dem Bürger zurückgeben, und gleichzeitig Energiepreise erzwingen, die mit 10 Cent pro Kw/h auf europäischen Durchschnittsniveau und der Hälfte der aktuellen deutschen Preise lägen, es entspräche einer Senkung der Mehrwertsteuer um mehrere Prozent. Aber wer ist schon daran interessiert das Sie Ihr Geld behalten können? Für manche Dinge gibt es eben keine Lobby…

Kategorien: Allgemeines

Mein Führer

Januar 10, 2007 · 20 Kommentare

Langsam wird es mir selbst etwas unheimlich. Ich scheine die wundervolle Kraft der Hellsichtigkeit im Bezug auf die Onlineausgabe des Spiegels zu besitzen. Es ist erst wenige Tage her als sich mein Lieblingsmagazin in ungezügelter Lobhudelei bezüglich dieser fantastischen Hitler-Satire „Mein Führer“ über uns erbrach und dieses höchstwahrscheinlich aüßerst plumpe Machwerk eines volkstraumatisierten Juden unter der Überschrift „Der Gröfatzke“ als „exzellenter Film“ gelobt wurde.

Zwar entzieht es sich meiner Kenntniss wie die hauptberuflich mahnende und warnende Minderheit reagieren würde, wenn wir zum Beispiel mal Ben Gurion in einer deutschen „Komödie“ buchstäblich zum Affen machen würden, aber anschließend wären sicher wieder ein paar neue U-Boote fällig und Frau Knobloch würde sofort die Geschichte von einigen der zahlreichen Holocaustüberlebdenden erzählen, die sich erst nicht sicher waren ob sie nach Deutschland zurückkehren sollten, und nun schon fast die Koffer wieder zur Ausreise gepackt hätten. Ich schweife vom eigentlichen Thema meiner wunderbaren Hellsichtigkeit ab. Verzeihung.

Bei der ersten Erwähnung des Titels und des „Regisseurs“ war mir nämlich sofort klar, daß die intelligenten Redakteure des Spiegels uns von nun an mit täglichen Berichten über dieses tolle Machwerk auf dem laufenden halten werden. Erst mit positiven Nachrichten, dann mit negativen und schließlich noch mit allerlei Meinungen. Polarisieren um diesen Schwachsinn, wenn er schon weder interessant noch sehenswert ist, wenigstens zum Politikum zu machen. Wohin die Reise gehen soll wird sofort am Anfang klar: Auch in 1000 Jahren wird man uns mit dieser Scheiße noch weiter auf die Eier gehen und irgendwelche völlig unbekannten und talentfreien „Künstler“ oder „Politiker“ werden ihren Nutzen daraus ziehen.

Fast wie auf Kommando kommt nun „scharfe Kritik“ an dem Film, völlig überraschenderweise vom Zentralrat. Man dürfe Hitler nicht als… Blablabla… Wer sich übrigens statt eines Kinofilms lieber mit unkommentierten Fakten befassen möchte, dem sei das Archiv der Seite Nationalsozialismus.de empfohlen, in dem sich Reden des „Würstchens“ in voller Länge anhören lassen.

Quelle: Massive Kritik an Levys Hitler-Satire

Nachtrag: Aufgrund einer anonymen Beschwerde die ich einem gewissen Herrn K. zuschreibe, weise ich ausdrücklich darauf hin, daß die Seite Nationalsozialismus.de nur offenkundige Wahrheiten wiedergibt und ich diese hier nur verlinkt habe weil ich ein gekaufter Propagandist bin, nicht etwa weil ich der Meinung bin das Tonarchiv mit vielen Stunden interessanter Reden sei einen Verweis wert.

Kategorien: Allgemeines

Israel, die USA, der Irak und „Politically Incorrect“

Januar 9, 2007 · 21 Kommentare

Logiker mögen mir mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Behauptung, dass jede Grenze und Demarkationslinie auf unserem schönen Gesteinsplanet Erde eine Art „Denkmal“ für ein Areal darstellt, auf welchem zwei duellierende und der Domestikation zum Opfer gefallenen Völker sich bis zum letzten Tropfen Blut die Schädel eingeschlagen haben, um letzendlich ihre territoriale Markierung für die Nachwelt zu hinterlassen, Recht geben. Diese Markierungen haben sich im Laufe der Zeit einer steten Verschiebung hingeben müssen, sodass sie ein ganzes Geschichtsbuch – so es eins gäbe – für sich alleine beanspruchen würden.

Die traurige Ausnahme bei dieser Veranschauung nennt sich ein Gebiet namens „Israel“ im Nahen Osten. Es mutet beinahe wie ein zurechtgestutztes Phänomen oder chronischem Eskapismus, wenn eben diesem Gebiet durch weltgeschichtliche Zusammenhänge in den letzten 60 Jahren eine so außerordentlich „wichtige“ Rolle zuteil geworden ist. Umso erstaunlicher ist der Zustand der Hypnose, in welcher sich leider immer noch viel zu viele Menschen befinden, wenn es um dieses Thema geht. Beinahe avantgardistisch fungiert hier der ehemalige Präsident der USA, Jimmy Carter, welcher kürzlich mit seiner Äußerung, Israel führe in Nahost ein Apartheidsregime, auf Kritik in Kreisen des „Jewish Establishment“ in den USA stieß. Carter bezog in seinem neuen Buch „Palestine: Peace Not Apartheid“ erstmals Stellung und monierte das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser als himmelschreiendes Unrecht.

In seinem Buch spricht Carter Dinge an, die man in Kreisen der ach so „freien“ Presse, die, wenn es um Israel geht, alles andere als „frei“ ist, nicht sehr gerne thematisiert. Zu groß ist die Angst nach den roten und grünen Hampelmännern und Lobbyisten in den Machtzentren und Regierungen dieses Landes, welche kritische Außeinandersetzungen mit Deutschlands „dunkler Geschichte“ nur zu gerne als Anlass nehmen, demokratische Abnormitäten wie „Volksverhetzung“ in den Gesetzestexten zu verankern.

Während Juden das Recht neue Siedlungen auf unrechtmäßig annektiertem Gebiet zu erbauen gewährt wird, wird dies den Palästinensern, laut Cartner den „wahren Besitzern dieses Landes“, nicht selten mit Gewalt, verwährt. Während man seitens Israel solche Vorwürfe tagtäglich bestreitet, fahren Juden in der okkupierten WestBank auf einer eigens für sie erbauten, „jüdischen Straße“, während Palästinenser eine für sie vorgesehene Straße benutzen müssen – ein Zustand, der im Angesichts der oftmals empörten Haltung Israels paradoxer nicht sein könnte.

Doch was nützt den Palästinensern diese Straße, dürfen sie ja in den meisten Gebieten der WestBank ohnehin nicht ihr eigenes Fahrzeug benutzen, ja werden sogar durch Blockaden der israelischen Armee in ihrem natürlichen Transportfluss behindert. Ebenfalls Gegenstand von Carters Kritik sind die Ankündigungen Olmerts, in Maskiot, in unmittelbarer Nähe des Jordan, erstmals seit dem Oslo Abkommen neue, jüdische Siedlungen außerhalb Jerusalems gründen zu wollen. Ein Vorhaben, mit welchem man nicht nur den Ärger seines engsten Verbündeten, der USA auf sich zog, würde Israel damit nämlich gegen zwei eigens mit den USA geschlossenen Abkommen verstoßen.

Shulamit Aloni, ihres Zeichens ehemalige Bildungsministerin Israels und zweifache Preisträgerin des „Israel Preis“ sowie des „Emil Grunzweig Menschenrechtspreis“ von der Organisation für Menschenrechte in Israel , kritisierte in einem Artikel das israelische Militär, welches sämtliche, palästinensischen Dörfer sowie Städte in „eingezäunte Gefangenenlager“ verwandelt hätte, mit dem Ziel, stehts ein Auge auf die Palästinenser zu haben sowie deren Leben „nachhaltig zu schädigen“ und um ihnen „Leiden zuzufügen“.

Wie schon Carter erwähnte Aloni in ihrem Artikel ebenfalls die unterschiedliche Einteilung, wer welche Straße befahren darf und wer nicht. Wie aus den guten, alten Zeiten der Sklavenhaltung in den USA wird hier nicht nach Farbe, dafür umso mehr nach Religion und Rasse selektiert und unterschieden – und sollte sich ein Palästinenser mit seinem Vehikel doch einmal auf die nur für Juden vorgesehene Straße verirren, wird es mit sofortiger Wirkung mit der Begründung „this is a Jews-only road“, beschlagnahmt. Aloni weiter: „Wir (Israel) kennen den Palästinensern das Recht auf Menschenwürde ab. Wir stehlen ihnen ihr Land, ihr Wasser und verhängen Kollektivstrafen über Millionen von Menschen und zerstören im rachegetriebenem Wahnsinn die Elektrizitätsversorgung von über einer halben Million Zivilisten. Palästinensische Arbeitnehmer können nicht ausbezahlt werden, da Israel über 500 Millionen Shekel in seinem Besitz hält, die den Palästinensern gehören“.

Diese Vorgehen passen so garnicht in die per Manifest verankerten „Leitlinien“ des beliebten Onlineblogs „Politically Incorrect“, welche sich auf der einen Seite stehts auf die „Wahrung der Menschenrechte“ oder dem „Recht für ein Leben in Frieden und Freiheit„ berufen, sich auf der anderen Seite jedoch in jeder Hinsicht „pro amerikanisch- und israelisch“ zu geben versuchen und sich an Exekutionsvideos des gehängten Diktators Saddam Hussein ergötzen. Wenn man wie bei Politically Incorrect einem einmal konditionierten Ablauf so kapriziös verfolgt, wird sich die potentielle Kreativität der dort tätigen Autoren nie über einen Nullpunkt hinausentwickeln und stempelt sie zu den gleichen, domestizierten und larvalen Fundamentalisten ab, wie man es selbst stets den Moslems vorzuwerfen versucht.

Die dekadente Doppelmoral bei PI geht bis hin zur Forderung, das irakische Volk müsse der USA dankbar sein, immerhin hätten ja schon über 3000 US-Soldaten im Irak ihr Leben gelassen. Man bezichtigt den Irak gar der Unfähigkeit, seine „Chance auf Frieden, Wohlstand und Demokratie“ zu nutzen. Ob die Zahl der 3000 US-Marines in irgendeiner Relation mit den 654.965 (Stand 08.01.2007) toten Irakern steht, welche Bush seit Anbeginn des Irakkriegs zu verantworten hat, darüber macht man sich bei PI keine Gedanken. Selbst jüdische Kreise in den USA vermelden leise, dass die Taten eines Bush die eines Saddam Hussein bei weitem übertreffen, einige davon forderten vor dessen Tod an 30. Dezember gar, man solle Hussein als Präsident des Iraks zurückholen.

Der Irak, vor 1979 ein sich am Boden befindliches, instabiles Konstrukt, fand unter Saddam Hussein erstmals einen gewissen Grad der Stabilität. Neben der Modernisierung der irakischen Wirtschaft, der Verwaltung von Polizei sowie dem Aufbau der Industrie, war es einzig und alleine Saddam Hussein, welcher aus den Trümmern des Iraks ein aufstrebendes Land machte und für die Mechanisierung der Landwirtschaft verantwortlich war. Neben Bildung und Einführung der Schulpflicht revolutionierte Hussein die öffentliche Dienste, den Transport, die Erziehung sowie die Erneuerung der elektrischen Infrastruktur. Das einzige, das die Amerikaner im Irak bisher vollbracht haben ist es, die Alphabetisierungsrate von 90% unter Hussein bestärkt durch die Zerstörung von Schulen während des Krieges auf 24% herunterzuschrauben. (Quelle: Unesco)

Dabei sollten sich die Amerikaner endlich einmal entscheiden und sich und ihren Anhängern nicht immer einem Wechselbad der Gefühle aussetzen. Leistete man 1982 für Saddam Hussein nämlich noch eine milliardenschwere Hilfe um die Iraner zu bekämpfen, gab man 1983 den Iranern Waffen, um ihrerseits die Iraker zu bekämpfen. Während der Irak 7 Jahre später 1990 mit größtenteils amerikanischen Waffen Kuwait überfiel, entschied man sich in den USA ein Jahr später in den Irak einzumarschieren, um die Zustände in Kuwait wieder herzustellen. Und auch die Finanzsprinze von 250 Millionen Dollarn aus dem Jahre 2000 an das angeblich talibanregierte Afghanistan lässt die Glaubwürdigkeit der USA nicht gerade in gutem Licht erscheinen.

Wenn man jedoch wie bei den Fundamentalisten von PI eine Generalisierung als Dogma erhebt und somit bereit ist das Denken freiwillig einzustellen, stellt sich ein gewünschter Lernprozess leider ein. Immer mehr habe ich den Eindruck, dass PI ein jüdisches Projekt unter vielen ist, welches versucht, durch „Entertainment“ und gewolltes Schockieren alle Deppen und Gojims gegen Moslems, selbst wenn diese in ihrem Land sesshaft sind, zu mobilisieren.

Freilich wird man in Deutschland die Probleme bezüglich der Integration bei vor allem türkischen Migranten keineswegs durch Bereitstellung einer komplett türkischen Infrastruktur lösen können, was jedoch uns, vor allem aber den USA und Israel keineswegs das Recht gibt, in das Selbstbestimmungsrecht fremder Nationen einzugreifen, um ihnen eine Demokratie aufzuzwingen, welche nichteinmal in so hochentwickelten Ländern wie Deutschland funktioniert. Dieses internationalistische Streben läuft der Evolution und der Vielfallt der Rassen klar zuwider und verwährt biologische Selbstständigkeit. Sollte dies die westliche Wertegemeinschaft personifizeren, die in Kreisen liberaler Verblendeter so gerne propagiert wird, können nicht nur der Irak, der Iran sowie Palästina, sondern auch Deutschland gut und gerne darauf verzichten.

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Russischer Winter

Januar 8, 2007 · 34 Kommentare

Seit gestern Abend ist der stete Strom russischen Mineralöls abgerissen und Deutschland muß auf geschätzte 7% seiner Primärenergiezufuhr verzichten. Dankbar nahm die westliche Journalie diesen Spielball auf um mit aller Polemik vor einem harten russischen Winter zu warnen. Doch wer spielt hier eigentlich mit wem?

Russland betreibt seit einigen Monaten das, was Liberale in Deutschland auch gerne machen würden: Subventionsabbau. Als Reaktion auf eine immer aggressivere Annäherung ehemaliger Sowjetrepubliken wie der Ukraine oder Azberbajdschan an den Westen hat man im Kreml beschlossen keine vergünstigten Preise mehr auf Energielieferungen zu gewähren und sogar noch Billiöl für den teuren Export zu liefern. Eine echte Überraschung für westliche und besonders Deutsche Politiker. Ist man es hier zu Lande doch gewöhnt für kostenloses Kriegsgerät im Wert von mehreren Milliarden zum Dank mit Scheinangriffen aus der Luft belohnt zu werden.

Dementsprechend verständnislos fällt auch die Reaktion der deutschen Politiker aus. Nun gelte es aber „einseitige Abhängigkeiten vermeiden“ und Ruckzuck andere Lieferanten zu erschließen. Aber auch am Atomausstieg werde nicht gerüttelt, schließlich wurde der ja mal beschlossen von den Öko-Nazis und ihrem roten Bruder, und die können sich ja – ähnlich wie der Papst mit seinem Unfehlbarkeits-Dogma – nicht vertan haben. Also weiter wie gehabt, ignorieren wir die Realitäten und reden einfach über die Version der Realität die uns am besten passt, nur ohne Russland bitte.

Aber ist es denn wirklich Russland das hier ein Spiel spielt? Hätte der Kreml denn Interesse daran für ein paar lumpige Millionen Dollar seinen Ruf als zuverlässiger Energielieferant aufs Spiel zu setzen und damit zukünftige Geschäfte im Wert von zig Milliarden Euro zu gefährden? Nein, das sicher nicht, denn auch dort weiß man wie empfindlich man in Europa auf derartiges reagiert. Selbst die Sowjets, ihres Zeichens nicht gerade als große Förderer des kapitalistischen Westens bekannt, haben sich das nicht getraut.

Und hätte man die Preise wohl erhöht, wenn Weißrussland weiterhin ein enger Verbündeter gewesen wäre? Würde ein enger Verbündeter von Russland den großen Bruder so erpressen wie es gerade geschieht? Die Frage darf sich jeder selbst beantworten, aber meiner bescheidenen Meinung nach gibt es bei diesem Spiel zwei Verlierer: Deutschland und Russland

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