Jüngst las ich einen schönen Kommentar auf einer ziemlich linksorientierten Seite. „Wir können sie nicht zwingen die Wahrheit zu sagen, wir können sie nur zwingen immer dreister zu lügen“. In diesem Sinne ist dieser Artikel zu verstehen.
Man konnte es heute in fast allen westlichen Zeitungen lesen: Ein agyptischer Blogger wurde wegen Kritik an der Staatsreligion und dem Präsidenten Mubarak zu vier Jahren Kerkerhaft verurteilt. Hysterisch reagieren die Berufsmoralisten in Diensten der Sensationspresse ob dieser Einschränkung der Meinungsfreiheit. Nach Informationen des Tagesspiegel wurde sogar Amnesty International aktiv und forderte die sofortige Freilassung, schließlich habe der Verurteilte ja nur in friedlicher Absicht seine Ansichten geäußert.
Etwas weiter wagt sich Amira El Ahl in Diensten der Onlineausgabe des Spiegel aus dem Fenster. Dieser stellt empört fest: „hier sollte ein Exempel statuiert werden im Kampf um das Recht auf Meinungsfreiheit. Die ungeliebten, aufmüpfigen Blogger sollen eingeschüchtert werden“. Eine Analyse die treffender kaum sein könnte, und auch sonst ist der Gehalt an sinnvollen Aussagen in Verbindung mit Fakten für einen SpOn Artikel außergewöhnlich. Der Autor sieht die Regierung vor allem in einem Feldzug gegen lästige Unruhestifter: Der Blogger dürfe nicht davon kommen, hatte der Staatsanwalt gefordert. „Wenn wir solche wie ihn ohne Strafe davon kommen lassen, wird ein Flächenbrand ausbrechen, der alles verschlingt.“. „Wie er denken viele“, fügte der Journalist ergänzend hinzu.
So weit, so richtig. Glückwunsch zu dieser gelungenen Analyse im Rahmen real gelebter Zivilcourage. Wo aber war die Zivilcourage der Journalisten im Fall von Ernst Zündel, der lediglich friedlich seine persönliche Meinung geäußert hat? Wo war Amnesty International und forderte die Menschenrecht ein? Wo war die Kritik des Focus an dieser Barbarei? Wo empörte sich der Spiegel und analysierte die Motive? Wo waren die Moralisten die die irrwitzige Einschränkung der Meinungsfreiheit kritisierten? Schließlich ging es um nicht weniger als das Recht, seine Gedanken frei aüßern zu dürfen. Sehr viel essentieller kann der Freiheitsbegriff kaum gefasst werden.
Die Antwort ist, ein solcher Artikel hätte Courage im eigentlichen Sinne des Wortes erfordert und eben nicht dieses lächerliche Substitut, daß uns im „Kampf gegen Rechts“ immer so gerne als solche verkauft wird. Es ist kein Zeichen besonderen Mutes sich auf einer Verantstaltung der Gewerkschaft, die unter Polizeischutz stattfindet, gegen rechte Politik zu aüßern, es ist auch kein Zeichen charakterlicher Auszeichnung sich in prozionistischen BILDerbüchern für die Deutsch-Israelische Freundschaft einzusetzen. Es hätte aber Mut von Journalisten erfordert diese Vergewaltigung des deutschen Rechts offen anzuprangern und ihre Abschaffung zu fordern. Diesen Mut hatten sie mangels Courage leider nicht.
Wozu brauchen wir Meinungs- und Pressefreiheit, wenn diese eh nur wiedergibt was den herrschenden dient? Die Anwort gibt es zur Abwechslung mal im Spiegel, und zwar zum Artikel des ägyptischen Bloggers. Hier sollte ein Exempel statuiert werden, und Bürger, die genauso denken eingeschüchtert werden. Hätte man Zündel davon kommen lassen, es hätte ein Flächenbrand ausbrechen können der alles verschlingt. Schließlich denken viele so…
Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/politik/nachrichten/blogger-aegypten-haft/93234.asp
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,468313,00.html