Paroli Netzmagazin

Prügel für Beck

April 5, 2007 · 1 Kommentar

Da hatte der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokratie es doch tatsächlich gewagt Verhandlungen mit den Taliban vorzuschlagen, in einem Konflikt, von dem sowohl der Herr Verteidigungsminister Jung wie auch „Verteidigungsexperte“ Peter Struck sagen, daß er auf militärischem Wege nicht zu gewinnen sei. Weil dem so ist, und es auch niemand bestreitet, schicken wir aber noch ein paar Soldaten mehr an den Hindukusch. Nur zur Aufklärung versteht sich. Das die englischen Sea-Harrier, die vorher diese Aufgabe übernommen haben, nun im Irak fleissig Bomben werfen, wen kümmert das schon. Die deutsche Presse jedenfalls nicht.

Wie auf Kommando mischt sich heute dann die „demoraktisch gewählte Regierung“ der Afghanen ein. Offenbar liest man dort deutsche Zeitungen und weiß den Herrn Beck sofort zu belehren, daß mit den Taliban die Demokratie wieder in Gefahr gerät und diese deshalb mit aller Macht bekämpft werden müssen. Wer bei der Wortkombination „Afghanistan + Demokratie“ ebenfalls spontan lachen mußte, dem sei daher ein Beiträg der 0815-infos empfohlen.

Die Regierungsbeamten von Herrn Karsai waren schon gleich nach ihrer Berufung in 70 Prozent aller Rauschmitteldeals verwickelt, schon damals hatte ein Viertel der frisch gewählten 249 Parlamentsmitglieder Kontakte zum Drogenhandel, mindestens 17 Abgeordnete sind selbst Drogenschieber und 24 weitere stehen in Verbindung zu kriminellen Banden, 40 sind Befehlshaber bewaffneter Gruppen und 19 müssten sich eigentlich ernsten Anschuldigungen wegen Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen stellen.

Während der Herrschaft der Taliban wurden demzufolge jährlich noch 150 Tonnen Rohopium illegal produziert. Im Jahr 2006 lag sie dann etwa 40 mal höher bei bemerkenswerten 6100 Tonnen Opium. Was soll dort also verteidigt werden? Demokratie die es dort nie gab und wohl auch nie geben wird, oder die fast weltexclusive Produktion von Opium mit den entsprechenden Profiten für einige wenige?

Kategorien: Ausland