Leser, die den Weg dieses Blogs und seines Vorgängers schon etwas länger mitbegleitet haben, ist dieser Mann kein Unbekannter. Der Zuständige des Spiegels für Niveau-Erdarbeiten hatte sich in unser aller Herz geschrieben mit unvergessenen Artikeln zum Libanon „Konflikt“ und der monatlichen Panikmache vor rechter Gewalt. Freilich jeweils entsprechend sprachlich ausgeschmückt und ohne Mangel an zusätzlichen Interpretationen, die nicht gerade durch ein außergewöhnliches Maß an Ausgeglichenheit auffallen.
Wie dem auch sei… Herr Wittrock, der neuerdings darauf verzichtet seinen schönen Familiennamen direkt neben der Überschrift des Artikels auszuschreiben und sich stattdessen nur noch „phw“ nennt, befasst seine geistige Kapazität heute einmal mit den 15 königlichen Seemännern, welche plötzlich von Ali Baba in die Räuberhöhle verschleppt wurden. Das liest sich dann so:
Nachdem das Mullah-Regime in heuchlerischer Großmütigkeit zunächst auf eine Gegenleistung für die Freilassung der britischen Soldaten verzichtete, erwartet Teheran nun Dankbarkeit.
Wieder mal ein echtes Highlight journalistischer Arbeit, daß man auch ohne Probleme im Titanic Magazin hätte veröffentlichen können. Echte Realsatire eben. Aber bin ich eigentlich der einzige, der in derartigen Ausfällen nichts anderes als einen strategischen Wechsel der Zielgruppe des Spiegels erkennt? Offenbar scheint die Zielgruppe der Onlineausgabe nichts besseres zu tun zu haben, als sich – wie ich zum Beispiel gerade – auf eine ziemlich plumpe Provokation des gesunden Menschenverstands zu stürzen. Mehr Emotionalisierung meines kalten Kadavers bitte!
Und wenn das Konzept der BILD eben höhere Profite verspricht, warum nicht? An fähigen Journalisten jedenfalls hat man offensichtlich bereits Einsparungen vorgenommen.