Paroli Netzmagazin

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Selbsterfüllende Prophezeiungen

März 15, 2007 · 6 Kommentare

Es ist erst ein paar Tage her, daß die deutsche Volksvertretung gegen den eindeutigen Willen ihres vermeintlichen Souveräns schweres Kriegsgerät in Form von Tornado Jagdbombern sowie 500 weitere Soldaten nach Afghanistan kommandiert hat. Zur Erinnerung: Die Gemeinschaft amerikanischer Vasallenstaaten, die man gemeinhin NATO nennt, stellte den Bündnissfall fest und griff unter völlig abwegigen Vorwänden Afghanistan an. Seitdem streifen unsere westlichen Truppen im heldenhaften Einsatz durch das Land und jagen Terroristen mit Panzerhaubitzen, Mörsern, der Artillerie und aus einigen Kilometern Höhe mit ungelenkten Bomben. Weil diese Mittel aber nur bedingt geeignet sind um Terroristen, Dschihadisten und Martyrer zu bekämpfen, sterben eben auch jede Menge Zivilisten. Afghanen, die davon weniger begeistert sind und möchten, daß unsere Friedenstruppen das Land wieder verlassen, sind natürlich ebenfalls per Definition Terroristen. Und da kommen wir Deutschen jetzt ins Spiel.

Weil die Terroristen, die möchten, daß wir aufhören sie zu bombardieren und ihr Land verlassen, aus völlig unerfindlichen Gründen stärksten Zulauf haben, greift die Bundeswehr jetzt ein. Wir leisten nun sehenden Auges Beihilfe bei der militärischen Unterdrückung des Afghanischen Volkes und der Verletzung grundlegendster Menschenrechte. Pünktlich warnt nun das BKA medienwirksam vor einer erhöhten Terrorgefahr in Deutschland. Surprise Surpise. Die Gefahr terroristischer Anschläge sei nach Einschätzung des BKA derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Ob das wohl an unserem einseitigen Verhalten gegenüber dem Afghanischen Volk und dem gesamten arabischen Raum als Schutzmacht Israels liegt?

Wer wissen will wie die Geschichte weitergeht, dem seien Lehren aus dem Zeitraum kurz nach dem elften September empfohlen. Gewalt erzeugt nun einmal Gewalt von der anderen Seite, und nochmehr Gewalt wird nochmehr Gewalt erzeugen. In welcher Form und an welchem Ort auch immer. Ich höre schon Frau Merkel und Herr Jung davon schwadronieren, daß man auf die neue Bedrohung durch Terroristen nun mit aller Härte wird reagieren müssen. Eigentlich erinnert mich das sehr an ein Kopie der amerikanischen Politik. Aber wen wundert das denn auch schon, bei unserer eigenen deutschen neokonservativen namens Angela Merkel?

//Anonymous

Kategorien: Ausland

Die Wahl zwischen Pest und Cholera

März 3, 2007 · 3 Kommentare

Das Recht zu wählen und so seinem Politischen Willen Ausdruck zu verleihen gilt gemeinhin als eine der wichtigsten Errungenschaften unserer „freien“ westlichen Welt. Nicht zuletzt unter diesem Vorwand stehen unsere Soldaten in vielen Ländern dieser Welt und nicht zuletzt unter dem Vorwand der Verbreitung der Demokratie werden auch in sehr absehbarer Zukunft wieder Kriege gerechtfertigt werden. Doch was ist, wenn Sie zwar wählen dürfen, aber es im Bezug auf bestimmte Themen völlig egal ist wen Sie wählen, weil alle wählbaren Parteien die gleichen Pläne verfolgen und diese damit alternativlos sind? Hätte das noch etwas mit Demokratie zu tun?

Diese Frage mag sich so manchem US Amerikaner stellen angesichts der unterwürfigen Art und Weise, mit der sich dort Politiker aller Parteien bei der zionistischen „pressure group“ AIPAC die Klinke in die Hand geben. Das die Republikaner seit je her Israel bedingungslos unterstützen und die tollsten Sachen mitmachen ist allgemein bekannt. Wer nun aber denkt bei den Demokraten sähe es anders aus, der hat sich gewaltig getäuscht. Vor einigen Monaten konnte man auf haaretz unter dem Titel „The Israel Factor“ eine Zusammenstellung der möglichen US Präsidentschaftskandidaten und ihre Position gegenüber Israel finden. Aus dieser ging hervor, daß der „Demokrat“ Barack Obama sozusagen das am wenigsten gewünschte Wahlergebnis darstelle.

Wie dieses „worst case scenario“ für Israel nun konkret aussieht konnte man dann heute ebenfalls auf haaretz nachlesen. Der für die israelischen Interessen am wenigsten förderliche Präsidentschaftskandidat bemüht sich also zu einer Veranstaltung von AIPAC und gibt dort bekannt, daß für ihn jegliche Nahost-Politik mit einer „starken Verpflichtung für Israels Sicherheit“ beginne, und daß man niemals den israelischen Premierminister zu irgendetwas drängen würde. Wer braucht noch Freunde bei solchen Feinden? Aber wer braucht noch eine Wahl angesichts der Möglichkeit Israel bedingungslos mit den Republikanern zu dienen oder Israel bedingungslos mit dem Demokraten zu unterstützen?

Meiner bescheidenen Meinung nach befindet sich hier besonders offensichtlich ein Bereich der Politik außerhalb jeglicher demokratischer Legitimierung. Übrigens nicht nur in den USA…

//Anonymous

Kategorien: Ausland

Deutsche Tornados nach Afghanistan

Februar 7, 2007 · 5 Kommentare

Als Deutscher ist man so einige Härten von seinen Verteidigungsministern gewöhnt. Unvergessen sind anerkannte Strategen wie Volker Rühe, Rudolf Scharping und Peter Struck, der sich mit der legendären Erkenntnis, Deutschlands Sicherheit werde am Hindukusch verteidigt, in unser Gedächtnis brannte. Auch eine Art sich seinen Platz in der Geschichte zu sichern. Heute reihte sich also auch der amtierende Verteidigungsminsiter Jung vollends in die Reihe großer Vorgänger ein.

Die Taliban, uns allen noch irgendwie als sehr gemutmaßte Drahtzieher des elften Septembers im Gedächtnis, haben in ihrem Heimatland eine Frühjahrsoffensive angekündigt. Und weil sie außer ein paar Kalaschnikovs und Handgranaten keine Waffen haben, kündigten sie eben diese Offensive mit „bis zu 2000 Selbstmordanschlägen“ an, so berichtet es jedenfalls die sehr unabhängigen internationalen Presseagenturen. Und eben aus diesem Grund setzt die Deutsche Bundeswehr nun Tornados ein, und zwar gegen Märtyrer!? So jedenfalls hat es der Herr Verteidigungsminister heute vor der Presse formuliert, so steht es in der Revolverpresse und so hat es das Bundeskabinett auch beschlossen. Über diese wunderbaren Fähigkeiten ist die Luftwaffe wohl selbst erstaunt.

Ob denn Tornados wirklich dabei helfen können Selbstmordanschläge zu verhindern, keiner weiß es, am wenigsten vermutlich Herr Jung, starke Zweifel sind gestattet, aber darum ging es ja auch gar nicht. Amerikaner und Briten haben schlichtweg ausgespielt in Afghanistan, weitere Verstärkungen nicht in Sicht. Die werden ja im Irak und natürlich auch im persischen Golf vor der Küste Irans gebraucht. Oder in Azerbajdschan, oder in Korea, oder in Japan, oder eigentlich überall wo die USA freie Völker daran hindern frei zu leben.

Als freundlicher Marionettenregierung der USA war unsere Regierung aber natürlich sofort bereit sich über 75% der Bevölkerung hinwegzusetzen und sofort weitere Deutsche Soldaten in tolle Abenteuer zu verwickeln. Vor allem weil die Afghanen uns Deutschen noch freundlich gesinnt sind, aber wenn wir erstmal drin sind, im Kampf gegen den „Terror“, wer weiß wielang das so bleibt? Und aufmerksame Leser wissen ja, was man heutzutage so alles als Terror definiert. Gemein ist den Terroristen größtenteils, daß sie sich in ihrem eigenen Land gegen Besatzungstruppen angelsächsichen Ursprungs wehren. Terroristen eben…

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Israel, die USA, der Irak und „Politically Incorrect“

Januar 9, 2007 · 21 Kommentare

Logiker mögen mir mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Behauptung, dass jede Grenze und Demarkationslinie auf unserem schönen Gesteinsplanet Erde eine Art „Denkmal“ für ein Areal darstellt, auf welchem zwei duellierende und der Domestikation zum Opfer gefallenen Völker sich bis zum letzten Tropfen Blut die Schädel eingeschlagen haben, um letzendlich ihre territoriale Markierung für die Nachwelt zu hinterlassen, Recht geben. Diese Markierungen haben sich im Laufe der Zeit einer steten Verschiebung hingeben müssen, sodass sie ein ganzes Geschichtsbuch – so es eins gäbe – für sich alleine beanspruchen würden.

Die traurige Ausnahme bei dieser Veranschauung nennt sich ein Gebiet namens „Israel“ im Nahen Osten. Es mutet beinahe wie ein zurechtgestutztes Phänomen oder chronischem Eskapismus, wenn eben diesem Gebiet durch weltgeschichtliche Zusammenhänge in den letzten 60 Jahren eine so außerordentlich „wichtige“ Rolle zuteil geworden ist. Umso erstaunlicher ist der Zustand der Hypnose, in welcher sich leider immer noch viel zu viele Menschen befinden, wenn es um dieses Thema geht. Beinahe avantgardistisch fungiert hier der ehemalige Präsident der USA, Jimmy Carter, welcher kürzlich mit seiner Äußerung, Israel führe in Nahost ein Apartheidsregime, auf Kritik in Kreisen des „Jewish Establishment“ in den USA stieß. Carter bezog in seinem neuen Buch „Palestine: Peace Not Apartheid“ erstmals Stellung und monierte das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser als himmelschreiendes Unrecht.

In seinem Buch spricht Carter Dinge an, die man in Kreisen der ach so „freien“ Presse, die, wenn es um Israel geht, alles andere als „frei“ ist, nicht sehr gerne thematisiert. Zu groß ist die Angst nach den roten und grünen Hampelmännern und Lobbyisten in den Machtzentren und Regierungen dieses Landes, welche kritische Außeinandersetzungen mit Deutschlands „dunkler Geschichte“ nur zu gerne als Anlass nehmen, demokratische Abnormitäten wie „Volksverhetzung“ in den Gesetzestexten zu verankern.

Während Juden das Recht neue Siedlungen auf unrechtmäßig annektiertem Gebiet zu erbauen gewährt wird, wird dies den Palästinensern, laut Cartner den „wahren Besitzern dieses Landes“, nicht selten mit Gewalt, verwährt. Während man seitens Israel solche Vorwürfe tagtäglich bestreitet, fahren Juden in der okkupierten WestBank auf einer eigens für sie erbauten, „jüdischen Straße“, während Palästinenser eine für sie vorgesehene Straße benutzen müssen – ein Zustand, der im Angesichts der oftmals empörten Haltung Israels paradoxer nicht sein könnte.

Doch was nützt den Palästinensern diese Straße, dürfen sie ja in den meisten Gebieten der WestBank ohnehin nicht ihr eigenes Fahrzeug benutzen, ja werden sogar durch Blockaden der israelischen Armee in ihrem natürlichen Transportfluss behindert. Ebenfalls Gegenstand von Carters Kritik sind die Ankündigungen Olmerts, in Maskiot, in unmittelbarer Nähe des Jordan, erstmals seit dem Oslo Abkommen neue, jüdische Siedlungen außerhalb Jerusalems gründen zu wollen. Ein Vorhaben, mit welchem man nicht nur den Ärger seines engsten Verbündeten, der USA auf sich zog, würde Israel damit nämlich gegen zwei eigens mit den USA geschlossenen Abkommen verstoßen.

Shulamit Aloni, ihres Zeichens ehemalige Bildungsministerin Israels und zweifache Preisträgerin des „Israel Preis“ sowie des „Emil Grunzweig Menschenrechtspreis“ von der Organisation für Menschenrechte in Israel , kritisierte in einem Artikel das israelische Militär, welches sämtliche, palästinensischen Dörfer sowie Städte in „eingezäunte Gefangenenlager“ verwandelt hätte, mit dem Ziel, stehts ein Auge auf die Palästinenser zu haben sowie deren Leben „nachhaltig zu schädigen“ und um ihnen „Leiden zuzufügen“.

Wie schon Carter erwähnte Aloni in ihrem Artikel ebenfalls die unterschiedliche Einteilung, wer welche Straße befahren darf und wer nicht. Wie aus den guten, alten Zeiten der Sklavenhaltung in den USA wird hier nicht nach Farbe, dafür umso mehr nach Religion und Rasse selektiert und unterschieden – und sollte sich ein Palästinenser mit seinem Vehikel doch einmal auf die nur für Juden vorgesehene Straße verirren, wird es mit sofortiger Wirkung mit der Begründung „this is a Jews-only road“, beschlagnahmt. Aloni weiter: „Wir (Israel) kennen den Palästinensern das Recht auf Menschenwürde ab. Wir stehlen ihnen ihr Land, ihr Wasser und verhängen Kollektivstrafen über Millionen von Menschen und zerstören im rachegetriebenem Wahnsinn die Elektrizitätsversorgung von über einer halben Million Zivilisten. Palästinensische Arbeitnehmer können nicht ausbezahlt werden, da Israel über 500 Millionen Shekel in seinem Besitz hält, die den Palästinensern gehören“.

Diese Vorgehen passen so garnicht in die per Manifest verankerten „Leitlinien“ des beliebten Onlineblogs „Politically Incorrect“, welche sich auf der einen Seite stehts auf die „Wahrung der Menschenrechte“ oder dem „Recht für ein Leben in Frieden und Freiheit„ berufen, sich auf der anderen Seite jedoch in jeder Hinsicht „pro amerikanisch- und israelisch“ zu geben versuchen und sich an Exekutionsvideos des gehängten Diktators Saddam Hussein ergötzen. Wenn man wie bei Politically Incorrect einem einmal konditionierten Ablauf so kapriziös verfolgt, wird sich die potentielle Kreativität der dort tätigen Autoren nie über einen Nullpunkt hinausentwickeln und stempelt sie zu den gleichen, domestizierten und larvalen Fundamentalisten ab, wie man es selbst stets den Moslems vorzuwerfen versucht.

Die dekadente Doppelmoral bei PI geht bis hin zur Forderung, das irakische Volk müsse der USA dankbar sein, immerhin hätten ja schon über 3000 US-Soldaten im Irak ihr Leben gelassen. Man bezichtigt den Irak gar der Unfähigkeit, seine „Chance auf Frieden, Wohlstand und Demokratie“ zu nutzen. Ob die Zahl der 3000 US-Marines in irgendeiner Relation mit den 654.965 (Stand 08.01.2007) toten Irakern steht, welche Bush seit Anbeginn des Irakkriegs zu verantworten hat, darüber macht man sich bei PI keine Gedanken. Selbst jüdische Kreise in den USA vermelden leise, dass die Taten eines Bush die eines Saddam Hussein bei weitem übertreffen, einige davon forderten vor dessen Tod an 30. Dezember gar, man solle Hussein als Präsident des Iraks zurückholen.

Der Irak, vor 1979 ein sich am Boden befindliches, instabiles Konstrukt, fand unter Saddam Hussein erstmals einen gewissen Grad der Stabilität. Neben der Modernisierung der irakischen Wirtschaft, der Verwaltung von Polizei sowie dem Aufbau der Industrie, war es einzig und alleine Saddam Hussein, welcher aus den Trümmern des Iraks ein aufstrebendes Land machte und für die Mechanisierung der Landwirtschaft verantwortlich war. Neben Bildung und Einführung der Schulpflicht revolutionierte Hussein die öffentliche Dienste, den Transport, die Erziehung sowie die Erneuerung der elektrischen Infrastruktur. Das einzige, das die Amerikaner im Irak bisher vollbracht haben ist es, die Alphabetisierungsrate von 90% unter Hussein bestärkt durch die Zerstörung von Schulen während des Krieges auf 24% herunterzuschrauben. (Quelle: Unesco)

Dabei sollten sich die Amerikaner endlich einmal entscheiden und sich und ihren Anhängern nicht immer einem Wechselbad der Gefühle aussetzen. Leistete man 1982 für Saddam Hussein nämlich noch eine milliardenschwere Hilfe um die Iraner zu bekämpfen, gab man 1983 den Iranern Waffen, um ihrerseits die Iraker zu bekämpfen. Während der Irak 7 Jahre später 1990 mit größtenteils amerikanischen Waffen Kuwait überfiel, entschied man sich in den USA ein Jahr später in den Irak einzumarschieren, um die Zustände in Kuwait wieder herzustellen. Und auch die Finanzsprinze von 250 Millionen Dollarn aus dem Jahre 2000 an das angeblich talibanregierte Afghanistan lässt die Glaubwürdigkeit der USA nicht gerade in gutem Licht erscheinen.

Wenn man jedoch wie bei den Fundamentalisten von PI eine Generalisierung als Dogma erhebt und somit bereit ist das Denken freiwillig einzustellen, stellt sich ein gewünschter Lernprozess leider ein. Immer mehr habe ich den Eindruck, dass PI ein jüdisches Projekt unter vielen ist, welches versucht, durch „Entertainment“ und gewolltes Schockieren alle Deppen und Gojims gegen Moslems, selbst wenn diese in ihrem Land sesshaft sind, zu mobilisieren.

Freilich wird man in Deutschland die Probleme bezüglich der Integration bei vor allem türkischen Migranten keineswegs durch Bereitstellung einer komplett türkischen Infrastruktur lösen können, was jedoch uns, vor allem aber den USA und Israel keineswegs das Recht gibt, in das Selbstbestimmungsrecht fremder Nationen einzugreifen, um ihnen eine Demokratie aufzuzwingen, welche nichteinmal in so hochentwickelten Ländern wie Deutschland funktioniert. Dieses internationalistische Streben läuft der Evolution und der Vielfallt der Rassen klar zuwider und verwährt biologische Selbstständigkeit. Sollte dies die westliche Wertegemeinschaft personifizeren, die in Kreisen liberaler Verblendeter so gerne propagiert wird, können nicht nur der Irak, der Iran sowie Palästina, sondern auch Deutschland gut und gerne darauf verzichten.

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Israels Krieg und dessen Folgen

Dezember 23, 2006 · 3 Kommentare

Um dem in der Weihnachtsrede von Jürgen Köhler geäußerten Appell an die „Verantwortung des einzelnen Bürgers“ in Multikultopia gerecht zu werden, mache ich einmal mehr von dieser „Verantwortung“ gebrauch, um auf einen Artikel von Aljazeera aufmerksam zu machen. Wie nämlich dort berichtet wird, beschuldigt der palästinensische Umweltminister Yussef Abu Sofia das israelische Militär, in den von Israel okkupierten Gebieten „verbotene, chemische Waffen“ gegen die Bevölkerung Palästinas eingesetzt zu haben. Wie laut Abu Sofia wissenschaftliche Laboratoruntersuchungen ergaben, setzte die IDF (Israel Defense Force) nicht erlaubte Waffen chemischen Ursprungs sowie Waffen mit Uranmunition ein.

Diese Urangeschosse sind in der Lage, einem menschlichen Körper erhebliche, chemische Vergiftungen zuzufügen, was auf deren Radioaktivität sowie toxischen Wirkung zurückzuführen ist. Über einen längeren Zeitraum der Wirkung dieser Munition ausgesetzt, kann es zu schweren, körperlichen Folgeschäden wie Krebs sowie zu einer Schädigung des menschlichen Erbmaterials kommen. Die internationale Ärztevereinigung „International Physicians for the Prevention of Nuclear“, kurz (IPPNW), welche unter anderem 1985 den Friedensnobelpreis für „sachkundige und wichtige Informationsarbeit„ bekam, sieht in der Uranmunition eine weitaus höhere Gefahr, als man ihr bislang zugestanden hatte.

Laut IPPNW führt diese Munition zu Krebserkrankungen sowie Missbildungen und wird ebenfalls für Folgeschäden wie das Golfkriegssyndrom (erhöhte Müdigkeit und Erschöpfungszustände, Gelenk- und Muskelschmerzen, Drüsenschwellungen, Schwindel, Erbrechen und Diarrhöe, Lähmungen, Haar- und Zahnausfall, Sehstörungen und Gedächtnisschwund, Depressionen, Gedächtnisprobleme, Störungen der kognitiven und emotionalen Funktionen sowie Missbildungen bei Neugeborenen) verantwortlich gemacht.

Doch auch vor der Natur machen die Nachwirkungen von Uranmunition nicht halt. Laut einer Studie der „Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft“ wird im Boden angereichertes Uran durch biologische Vorgänge für Pflanzen aufnehmbar. Die neueste Studie des „Forschungszentrums Rossendorf“ von 2006 untersuchte, welche Wirkung Uranmunition auf landwirtschaftlich genutztem Boden hat. So kam man zum Ergebnis, dass sich metallisches Uran an seiner Oberfläche in ein Uransalz umwandelt und so über bestimmte Prozesse in Pflanzen und Grundwasser eindringen kann.

Als „lebender Beweise“ für die schädliche Wirkung von Uranmunition gilt unter anderem die die Gegend rund um die Schnellstraße von Basra nach Bagdad, auf welcher im Golfkrieg mehrere Hundert irakische Panzer mit eben dieser Munition beschossen wurden. Die US Army selbst kam durch eigene Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die komplette Gegend einer starken Kontamination ausgesetzt ist.

Abu Sofia warf Israel jedoch nicht nur die Benutzung dieser Munition vor, sondern auch die intensionale Verunreinigung palästinensischer Wasserreservate mit verschiedenen, chemischen Stoffen. Abu Sofia wörtlich: „Israel transportierte große Mengen chemischer Produkte auf palästinensisches Territorium und verschmutzte das Grundwasser erheblich“. Er fügt hinzu, dass „die gezielte Zerstörung der Umwelt“ in den von Israel okkupierten Gebieten immer noch anhalten würde. So benannte Abu Sofia die gewollte Entwurzelung von über 2 Millionen Bäumen, davon alleine 500.000 Olivenbäumen, durch israelisches Militär.

Diese Missstände sind dem Umweltprogramm der EU, kurz „UNEP“, sowie der Internationalen Atomenergieorganisation, kurz „IAEO“, bekannt. Forderungen an Israel, die willentliche Zerstörung der Umwelt auf palästinensischem Boden sofort zu stoppen, wurden seitens Israel abgelehnt. Hinschwert kommt hinzu, dass durch den Bau der 650km langen „Apartheid-Mauer“ inmitten der West Bank, von welcher bereits 145km fertiggestellt sind, ein erheblicher Eingriff in die Flora und Fauna des Gebietes geschieht (von den Folgeschäden der dort lebenden Palästinenser ganz zu schweigen). Siehe Bild (mehr davon auf StopTheWall.com)

4-5-512-205

Dass Israel diese Munition und Waffen besitzt und auch einsetzt und somit erhebliche Folgeschäden der Natur und der Bevölkerung Palästinas und des Libanons in Kauf nimmt, ist längst kein Geheimnis mehr, zumal die Benutzung seitens Israel bestätigt wurde. Wie in der jüdischen Zeitung Haaretz zu lesen war, bestätigte mitte Oktober 2006 der israelische Minister für „Knesset Relations“ die Benutzung von Phosphorbomben sowie Phosphormunition.

Es ist für mich unverständlich und absolut nicht nachzuvollziehen, wie Israel einen öffentlichen Völkermord an den Palästinensern begehen kann, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Ich finde es grenzt an Monströsität, wenn sich bestimmte, pro isralische“ Schmierblätter hinstellen, um sich gemeinsam mit ihren jüdischen Freunden über Moslems in aller Welt auszulassen, gleichzeitig aber ein Loblied auf die Schandtaten Israels einstudiert.

Das, was Israel in Nahost anstellt, ist an Abscheulichkeit nicht zu überbieten. Freilich gibt es in Deutschland ein Problem mit bestimmten, vor allem türkischen Migranten, dies legalisiert jedoch nicht dazu, über israelische Apartheid einen Mantel des Schweigens zu legen. Jedem Volk und jeder Kultur dieser Welt muss unwiderruflich das Recht zu Teil werden, im Sinne der Autarkie und im Sinne des nationalen Sozialismus unabhängig und frei leben zu können. Wenn sich jedoch bestimmte, zionistische Interessen in diesen Selbstverwirklichungsprozess einmischen – und das ist nicht nur in Nahost, sondern beinahe überall der Fall – muss es klar Reaktionen geben! Kulturelle Eigenart muss geschützt werden, in Deutschland sowie in Palästina! Hier ist keine Ausnahme zu machen, auch nich für Juden!

Quellen: Aljazeera, StopTheWall.com, Haaretz

Gruß,
Dissident

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