Paroli Netzmagazin

Copy-Paste Journalimus

März 30, 2007 · 7 Kommentare

Wer sich schon länger mal gefragt hat, was Journalisten eigentlich den Tag über so machen, dem sei ein Vergleich der Meldung über den Vergleich des Karstadt-Konzerns mit der Jewish Claims Conference empfohlen. Egal ob Sie im Focus, der FAZ, der FTD oder weiß der Geier wo nachlesen, überall wurde der Agenturtext mehr oder weniger 1:1 übernommen.

Wiedermal steht nirgends, daß die „Jewish Claims Conference (JCC)“ eigentlich „Jewish Claims Conference Against Germany (JCCAG)“ heißt. Ist die deutsche Presse nun auch schon dafür verantwortlich marketingtechnisch mißlungene Namen jüdischer Organisationen zu korrigieren? Scheinbar…

Natürlich ging es der JCCAG nicht um Geld, sondern um den „gewaltigen symbolischen Charakter“ der „88 Millionen Euro Klage“. Sie sei ein sehr wichtiger Schritt, um das Unrecht der Vergangenheit zu korrigieren. Bis zum nächsten Mal dann, vor amerikanischen Gerichten gegen Dinge, die mehr als 70 Jahre zurückliegen und in Deutschland stattfanden.

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Endlich Beweise

März 29, 2007 · 5 Kommentare

Ohne groß Reden zu machen komme ich sofort zur Sache: Die friedliebenden und stets ehrlichen Briten wurden bei dem Versuch, einen Autotransporter in ihrem eigenen Territorium zu kontrollieren brutal von Terroristen des iranischen Mullah Regimes in Geiselhaft genommen, wo sie höchstwarhscheinlich bis zur Stunde bestialisch gefoltert werden. Um dies zu beweisen hat man in London nun eeeendlich mal wieder knallharte Fakten auf den Tisch geworfen.

Wie man auf freace.de lesen kann, hat sich der entsprechende Autotransporter seitdem in weiser Voraussicht nicht vom Fleck bewegt, so daß unsere Freunde aus der internationalen Gemeinschaft ein paar Tage später noch per Hubschrauber und GPS Beweissicherung betreiben können. Ein schöner Zufall!

Fälschung 1

Update: Experten der international renomierten Foundation for Peace, Justice and Photoshop haben uns weitere hoch brisante Beweise zugespielt.

Fälschung 2

Fälschung 3

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Selbsterfüllende Prophezeiungen

März 15, 2007 · 6 Kommentare

Es ist erst ein paar Tage her, daß die deutsche Volksvertretung gegen den eindeutigen Willen ihres vermeintlichen Souveräns schweres Kriegsgerät in Form von Tornado Jagdbombern sowie 500 weitere Soldaten nach Afghanistan kommandiert hat. Zur Erinnerung: Die Gemeinschaft amerikanischer Vasallenstaaten, die man gemeinhin NATO nennt, stellte den Bündnissfall fest und griff unter völlig abwegigen Vorwänden Afghanistan an. Seitdem streifen unsere westlichen Truppen im heldenhaften Einsatz durch das Land und jagen Terroristen mit Panzerhaubitzen, Mörsern, der Artillerie und aus einigen Kilometern Höhe mit ungelenkten Bomben. Weil diese Mittel aber nur bedingt geeignet sind um Terroristen, Dschihadisten und Martyrer zu bekämpfen, sterben eben auch jede Menge Zivilisten. Afghanen, die davon weniger begeistert sind und möchten, daß unsere Friedenstruppen das Land wieder verlassen, sind natürlich ebenfalls per Definition Terroristen. Und da kommen wir Deutschen jetzt ins Spiel.

Weil die Terroristen, die möchten, daß wir aufhören sie zu bombardieren und ihr Land verlassen, aus völlig unerfindlichen Gründen stärksten Zulauf haben, greift die Bundeswehr jetzt ein. Wir leisten nun sehenden Auges Beihilfe bei der militärischen Unterdrückung des Afghanischen Volkes und der Verletzung grundlegendster Menschenrechte. Pünktlich warnt nun das BKA medienwirksam vor einer erhöhten Terrorgefahr in Deutschland. Surprise Surpise. Die Gefahr terroristischer Anschläge sei nach Einschätzung des BKA derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Ob das wohl an unserem einseitigen Verhalten gegenüber dem Afghanischen Volk und dem gesamten arabischen Raum als Schutzmacht Israels liegt?

Wer wissen will wie die Geschichte weitergeht, dem seien Lehren aus dem Zeitraum kurz nach dem elften September empfohlen. Gewalt erzeugt nun einmal Gewalt von der anderen Seite, und nochmehr Gewalt wird nochmehr Gewalt erzeugen. In welcher Form und an welchem Ort auch immer. Ich höre schon Frau Merkel und Herr Jung davon schwadronieren, daß man auf die neue Bedrohung durch Terroristen nun mit aller Härte wird reagieren müssen. Eigentlich erinnert mich das sehr an ein Kopie der amerikanischen Politik. Aber wen wundert das denn auch schon, bei unserer eigenen deutschen neokonservativen namens Angela Merkel?

//Anonymous

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Die Wahl zwischen Pest und Cholera

März 3, 2007 · 3 Kommentare

Das Recht zu wählen und so seinem Politischen Willen Ausdruck zu verleihen gilt gemeinhin als eine der wichtigsten Errungenschaften unserer „freien“ westlichen Welt. Nicht zuletzt unter diesem Vorwand stehen unsere Soldaten in vielen Ländern dieser Welt und nicht zuletzt unter dem Vorwand der Verbreitung der Demokratie werden auch in sehr absehbarer Zukunft wieder Kriege gerechtfertigt werden. Doch was ist, wenn Sie zwar wählen dürfen, aber es im Bezug auf bestimmte Themen völlig egal ist wen Sie wählen, weil alle wählbaren Parteien die gleichen Pläne verfolgen und diese damit alternativlos sind? Hätte das noch etwas mit Demokratie zu tun?

Diese Frage mag sich so manchem US Amerikaner stellen angesichts der unterwürfigen Art und Weise, mit der sich dort Politiker aller Parteien bei der zionistischen „pressure group“ AIPAC die Klinke in die Hand geben. Das die Republikaner seit je her Israel bedingungslos unterstützen und die tollsten Sachen mitmachen ist allgemein bekannt. Wer nun aber denkt bei den Demokraten sähe es anders aus, der hat sich gewaltig getäuscht. Vor einigen Monaten konnte man auf haaretz unter dem Titel „The Israel Factor“ eine Zusammenstellung der möglichen US Präsidentschaftskandidaten und ihre Position gegenüber Israel finden. Aus dieser ging hervor, daß der „Demokrat“ Barack Obama sozusagen das am wenigsten gewünschte Wahlergebnis darstelle.

Wie dieses „worst case scenario“ für Israel nun konkret aussieht konnte man dann heute ebenfalls auf haaretz nachlesen. Der für die israelischen Interessen am wenigsten förderliche Präsidentschaftskandidat bemüht sich also zu einer Veranstaltung von AIPAC und gibt dort bekannt, daß für ihn jegliche Nahost-Politik mit einer „starken Verpflichtung für Israels Sicherheit“ beginne, und daß man niemals den israelischen Premierminister zu irgendetwas drängen würde. Wer braucht noch Freunde bei solchen Feinden? Aber wer braucht noch eine Wahl angesichts der Möglichkeit Israel bedingungslos mit den Republikanern zu dienen oder Israel bedingungslos mit dem Demokraten zu unterstützen?

Meiner bescheidenen Meinung nach befindet sich hier besonders offensichtlich ein Bereich der Politik außerhalb jeglicher demokratischer Legitimierung. Übrigens nicht nur in den USA…

//Anonymous

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Meinungs- und Pressefreiheit

Februar 23, 2007 · Kommentar schreiben

Jüngst las ich einen schönen Kommentar auf einer ziemlich linksorientierten Seite. „Wir können sie nicht zwingen die Wahrheit zu sagen, wir können sie nur zwingen immer dreister zu lügen“. In diesem Sinne ist dieser Artikel zu verstehen.

Man konnte es heute in fast allen westlichen Zeitungen lesen: Ein agyptischer Blogger wurde wegen Kritik an der Staatsreligion und dem Präsidenten Mubarak zu vier Jahren Kerkerhaft verurteilt. Hysterisch reagieren die Berufsmoralisten in Diensten der Sensationspresse ob dieser Einschränkung der Meinungsfreiheit. Nach Informationen des Tagesspiegel wurde sogar Amnesty International aktiv und forderte die sofortige Freilassung, schließlich habe der Verurteilte ja nur in friedlicher Absicht seine Ansichten geäußert.

Etwas weiter wagt sich Amira El Ahl in Diensten der Onlineausgabe des Spiegel aus dem Fenster. Dieser stellt empört fest: „hier sollte ein Exempel statuiert werden im Kampf um das Recht auf Meinungsfreiheit. Die ungeliebten, aufmüpfigen Blogger sollen eingeschüchtert werden“. Eine Analyse die treffender kaum sein könnte, und auch sonst ist der Gehalt an sinnvollen Aussagen in Verbindung mit Fakten für einen SpOn Artikel außergewöhnlich. Der Autor sieht die Regierung vor allem in einem Feldzug gegen lästige Unruhestifter: Der Blogger dürfe nicht davon kommen, hatte der Staatsanwalt gefordert. „Wenn wir solche wie ihn ohne Strafe davon kommen lassen, wird ein Flächenbrand ausbrechen, der alles verschlingt.“. „Wie er denken viele“, fügte der Journalist ergänzend hinzu.

So weit, so richtig. Glückwunsch zu dieser gelungenen Analyse im Rahmen real gelebter Zivilcourage. Wo aber war die Zivilcourage der Journalisten im Fall von Ernst Zündel, der lediglich friedlich seine persönliche Meinung geäußert hat? Wo war Amnesty International und forderte die Menschenrecht ein? Wo war die Kritik des Focus an dieser Barbarei? Wo empörte sich der Spiegel und analysierte die Motive? Wo waren die Moralisten die die irrwitzige Einschränkung der Meinungsfreiheit kritisierten? Schließlich ging es um nicht weniger als das Recht, seine Gedanken frei aüßern zu dürfen. Sehr viel essentieller kann der Freiheitsbegriff kaum gefasst werden.

Die Antwort ist, ein solcher Artikel hätte Courage im eigentlichen Sinne des Wortes erfordert und eben nicht dieses lächerliche Substitut, daß uns im „Kampf gegen Rechts“ immer so gerne als solche verkauft wird. Es ist kein Zeichen besonderen Mutes sich auf einer Verantstaltung der Gewerkschaft, die unter Polizeischutz stattfindet, gegen rechte Politik zu aüßern, es ist auch kein Zeichen charakterlicher Auszeichnung sich in prozionistischen BILDerbüchern für die Deutsch-Israelische Freundschaft einzusetzen. Es hätte aber Mut von Journalisten erfordert diese Vergewaltigung des deutschen Rechts offen anzuprangern und ihre Abschaffung zu fordern. Diesen Mut hatten sie mangels Courage leider nicht.

Wozu brauchen wir Meinungs- und Pressefreiheit, wenn diese eh nur wiedergibt was den herrschenden dient? Die Anwort gibt es zur Abwechslung mal im Spiegel, und zwar zum Artikel des ägyptischen Bloggers. Hier sollte ein Exempel statuiert werden, und Bürger, die genauso denken eingeschüchtert werden. Hätte man Zündel davon kommen lassen, es hätte ein Flächenbrand ausbrechen können der alles verschlingt. Schließlich denken viele so…

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/nachrichten/blogger-aegypten-haft/93234.asp
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,468313,00.html

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